Urlaubsparadies für Sonnenanbeter und Kulturhungrige

Ob Badeurlaub oder abenteuerliche Erlebnisse wie aus Tausend-und-einer-Nacht: Die Türkei hat für Reisende viel zu bieten. Und der Tourismus boomt: Im ersten Halbjahr 2011 lockte das Land fast 18 Millionen Urlauber an, elf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das zeigen Zahlen des türkischen Kultur- und Tourismusministerium.

Schwimmen in kristallklarem Wasser, Segeln in verträumten Mittelmeerbuchten, Wandern in den Bergen oder duftenden Zitronenhainen, auf dem Pferderücken unterwegs durch Wald und Tal, Skifahren im Nationalpark oder Golfen und Segeln an der türkischen Riviera – Entspannungsuchende, aber auch Kulturbegeisterte und Abenteuertouristen kommen garantiert auf ihre Kosten. Die Türkei ist reich an Kunstschätzen und großer Geschichte. Und wer keine großen Hotelanlagen mag – kein Problem: Sanfter Tourismus ist in – auch in der Türkei. Nur wenige Kilometer entfernt von Antalya liegen beispielsweise die malerischen Fischerorte Kas und Kalkan.

Belek – Liebling der Golfer

Perle der türkischen Riviera ist Antalya mit seinem romantischen Hafen und der idyllischen Altstadt, der wohl bekannteste Badeort des Landes. Hier garantiert der Sommer Sonne satt und auch im Winter ist das Klima mild. Neigt sich in Mittel- und Nordeuropa die Saison dem Ende zu, zieht es ambitionierte Golfspieler wie Anfänger auf die zahlreichen und vielfältigen Plätze um den Ferienort Belek bei Antalya. Auch an historischen Stätten mangelt es hier nicht. So weiß wohl kaum ein Kind, dass der Nikolaus aus Myra kam, wenn es am 6. Dezember auf Mandel, Nuss und Apfelkern im Stiefel wartet. Die Nikolauskirche in Myra, dem heutigen Demre, ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort.

Wellness modern oder Schwitzen im türkischen Dampfbad

Wellness wird in der Türkei ebenfalls von alters her groß geschrieben. Neben den traditionellen Hamams mit der typisch türkischen Badekultur versprechen auch viele Thermalzentren Entspannung und Wohlbefinden. So ist Çesme bei Izmir wegen seiner Quellen ein beliebter Badeort. Die reiche Flora und Fauna können Naturliebhaber am besten bei einem Besuch der zahlreichen Nationalparks entdecken. Der bekannteste und größte ist der grün bewaldete gebirgige Olympos nahe Antalya. Ganz anders dagegen der Nationalpark Göreme im Herzen Anatoliens. Inmitten von bizarr zerklüfteten Gesteinsformen liegt dort eines der beeindruckendsten Kulturdenkmäler Kleinasiens: Der von Höhlenkirchen durchzogene Talkessel von Göreme, das zum Weltkulturerbe gehört.

Perle am Bosporus

Erst vor kurzem hat die UNESCO auch die Selimiye-Moschee in Edirne als 10. derartige Stätte in der Türkei benannt, die dieses Prädikat tragen darf. Weitere Perlen osmanischer Baukunst birgt Istanbul. Die von unterschiedlichen Kulturen, Völkern und Religionen geprägte pulsierende Metropole zwischen Orient und Okzident ist eine der faszinierendsten Städte der Welt. Byzanz, Konstantinopel und heute Istanbul – die mehr als 2000 Jahre alte Stadt war lange Zeit ein Zentrum des Weltgeschehens. Von den Griechen gegründet, machte Konstantin der Große sie im Byzantinischen Reich zum „neuen Rom", bevor Sultan Mehmet II. die Stadt am Bosporus eroberte. Das wohl bekannteste Bauwerk der Stadt ist die Hagia Sophia (türkisch Aya Sofya), Kirche der Heiligen Weisheit. Ihr gegenüber liegt die Sultan Ahmet Camii, die auch Blaue Moschee genannt wird.

Jahrhundertelang Sitz der Sultane – der Topkapi Palast

Der Topkapi Palast, Herrschersitz des einst riesigen Osmanischen Reiches, ist Inbegriff des Orients und seine Mauern bergen bis heute die Geheimnisse von Machtpolitik, Intrigen und Reichtum. Sinnliches Erlebnis ist auch ein Bummel durch das Labyrinth des Großen Basars mit über 4000 Geschäften. Auf dem wuseligen Markt bieten Händler neben zahlreichen anderen Waren Teppiche, Textilien wie Gold-, Silberwaren feil. Anschließend lässt es sich wunderbar bei einem Tässchen türkischen Mokka entspannen. Auch von den kulinarischen Genüssen, vor allem den Süßigkeiten, sollte man sich unbedingt verführen lassen.

Trojanische Pferd – Legende von der Kriegslist lockt Touristen

Von Istanbul lassen sich zahlreiche Abstecher machen wie beispielsweise eine Fahrt nach Troja. Die Grabungsstätte liegt im Nordwesten der heutigen Türkei. Ein überlebensgroßes hölzernes Pferd steht am Eingang und erinnert an die Legende um die Zerstörung der antiken Stadt. Wer lieber lebendige Pferde und Lagerfeuerromantik mag, der kann zwei Fährstunden von Istanbul entfernt Trailreiten gehen auf der urwüchsigen Halbinsel Kapidag – Übernachten unter dem Sternenhimmel und Baden im Marmara-Meer inklusive.

Apres-Ski – Çay statt Jagatee

Wenig bekannt im Ausland ist, dass die Türkei auch ein Paradies für Skifahrer ist. Der Nationalpark Uludag, rund 150 km südlich von Istanbul, hat sich in den letzten Jahren zum bekanntesten Zentrum des türkischen Wintersports entwickelt. In dem hübschen Bergdorf im Süden der Marmararegion, wo die türkische Society gerne ihren Winterurlaub verbringt, gibt es Çay statt Jagatee.

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